Hoffnung des Nordens

In der aktuellen Ausgabe des BLB Fokus berichten wir auf der Seite 9 vom Husky-Camp des russischen Bibellesebundes im Schlittenhund-Zentrum „Hoffnung des Nordens“. Hier erfahren Sie mehr über die Entstehung dieses ungewöhnlichen Sozialprojektes und die Entstehung des BLB Camps.  

Ein Zuhause für Waisen

 

670 km nordöstlich von Moskau, mitten im Nirgendwo der Region «Kostroma», liegt das kleine Dorf Velikovo. Hier hat vor rund 10 Jahren alles begonnen.

Erschüttert vom Besuch im Bezirkswaisenhaus beschloss der Vorsteher der örtlichen Kirche, Bartholomäus, gemeinsam mit der Sonntagsschullehrerin Schwester Paraskeva, die Vormundschaft für 16 Waisenjungen zu übernehmen. Im Dorf Velikovo wurden mehrere Häuser für die Kinder gebaut und neues Leben kam in den aussterbenden Ort.     

Jeder der sechzehn Jungen hatte ein schweres Schicksal zu tragen. Und auch die Jahre im Internat hatten tiefe Wunden hinterlassen.  

Um den Jungen die Rückkehr ins „normale“ Leben zu ermöglichen, mussten Bartholomäus und Schwester Paraskeva eine verbindende Aktivität, eine gemeinsame Aufgabe für sie finden. Wie sich zeigte, waren Hunde das Richtige!  

Eine Hundezucht in der Hauptstadt Kostroma schenkte den Kindern einen Alaskan Malamut. Später schickte eine befreundete Gemeinde aus Australien einen sibirischen Husky nach Velikovo. Schwester Paraskova baute eine Schlittenhunde-Zucht mit dem Namen «Hoffnung des Nordens» auf. Die Betreuung der Hunde forderte die Jungen. Sie lernten Verantwortung, Hingabe und Liebe. Daneben besuchten sie auch die Sonntagsschule und Gottesdienste.
2005 besuchte Terry Heinsley, US-Marschall und Richter bei Hundeschlitten-Rennen die «Hoffnung des Nordens», um die Kinder im Schlittensport zu unterrichten. Gleichzeitig war die Idee geboren, ein Hundeschlittenrennen zugunsten der Kinder zu veranstalten. 2007 fand das erste Benefiz-Rennen in den Wäldern von Kostroma statt.

In der Zwischenzeit sind alle Waisenjungen erwachsen geworden, dienen in den Reihen der russischen Armee, studieren oder arbeiten als Hundeführer oder Züchter. Die Schlittenhundezucht ist zu einem Erholungsort für Kinder und Familien angewachsen mit einem breiten Angebot an Hundeschlittenfahrten, dem Besuch des eigenen Bauernhofes oder Wanderungen mit den Schlittenhunden. Das Hauptanliegen der «Hoffnung des Nordens» bleibt aber weiterhin die gemeinnützige Arbeit mit Kindern, insbesondere mit Waisen und Kinder mit Behinderungen. Für diese Arbeit werden die Einnahmen von Urlaubern eingesetzt.

 

Weitere Infos unter: https://nordhope.info/ (nur Russisch)

 

Wie die Corona-Pandemie zum ersten BLB Husky-Camp führte

 

Elisavetha Bogdanova, Leiterin vom Bibellesebund Moskau, träumte schon länger von etwas Neuem. Sie hörte Geschichten aus aller Welt, probierte Verschiedenes aus. Das Schaf-Scher-Camp vom Bibellesebund Australien ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Aber wo soll man in der Grossstadt Moskau Schafe finden?

Dann kam die Corona-Pandemie. Das Sommerlager 2020 konnte nicht wie geplant stattfinden, da der gebuchte Ort geschlossen war. Aber das Team vom Bibellesebund wollte das Lager unbedingt durchführen. So warteten sie und beteten.

Eine Bekannte von Bogdanova erzählte ihr dann von der Hundezucht in der Region Kostroma, einem Platz, wo jeder willkommen ist. Und so gings zur «Hoffnung des Nordens»! 670 Kilometer nordöstlich von Moskau, eine Nachtreise mit dem Zug in die Stadt Ney und von dort nochmals 40 Minuten Busfahrt… aber es lohnte sich!
Im Sommer 2020 führte der Bibellesebund Russland sein erstes Camp durch, im Winter 2021 das zweite… und das nächste kommt bestimmt!  

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