Von der Steintafel zur Druckpresse

Am vergangenen Donnerstag erhielten die Besucher im Chrischona-Gemeindezentrum Buchs einen interessanten Einblick in die Geschichte von Schrift und Schreibkunst. Dabei kam auch eine nachgebaute Gutenberg-Druckpresse zum Einsatz.

Buchs. Unter dem Titel "Gut zum Druck" erlebten die Besucher im Gemeindezentrum der Chrischona-Gemeinde Buchs einen interessanten Nachmittag. Marc Lendenmann vom Bibellesebund schlüpfte für seinen Vortrag in die Rolle des bedeutenden Zürcher Buchdruckers Christoph Froschauer aus dem 16. Jahrhundert. Dieser hatte auch eine seiner Druckpressen mitgebracht, einen originalgetreuen Nachbau einer Gutenberg Presse.

Zuerst präsentierte der Referent einen geschichtlichen Rückblick im Hinblick auf alles, was die Schreibkunst betrifft. Angefangen bei den Schriftträgern aus Stein über Tontafeln, Papyrus, Pergament aus Ziegenhaut bis hin zum Papier gab er eine gut dokumentierte Darstellung. Auch die Schreibwerkzeuge waren Teil der Übersicht.

 

Buchdruck als Herausforderung

Dann folgte der Schwerpunkt zur Entwicklung der Buchdruckerkunst. In Europa war diese eng verknüpft mit der Herausgabe deutschsprachiger Bibeln. Dabei wurde klar, dass der Buchdruck eine anspruchsvolle Angelegenheit ist: das Giessen der Unzahl von Lettern, das Erstellen der Schriftsätze und schliesslich der Druck. Weiter erwies sich das Lagern der gewichtigen Schriftsätze für Tausende von Seiten als eine logistische Herausforderung.
Die ganze Präsentation war illustriert mit Gegenständen, Reproduktionen sowie farbigen Details und Geschichten. Denn wer weiss schon, wie sich das Schreiben mit dem Gänsekiel auf die Gestaltung der kunstvollen Frakturschriften und der sogenannten gebrochenen Schriften aus der Anfangszeit des Buchdrucks ausgewirkt haben könnte. Auch die simple Schreibfeder aus Stahl ist ein interessanter Gegenstand. Grosshändler im 19. Jahrhundert sollen bis zu 400 verschiedene Typen davon in ihrem Sortiment geführt haben.

Schliesslich konnten die gegen dreissig Besucher des Anlasses noch selber Hand anlegen und sich auf der Druckpresse eine Seite mit dem 23. Psalm aus der Froschauer-Bibel drucken. Diese konnten sie als wertvolles Souvenir nach Hause nehmen.

Marc Lendenmann ist Mitarbeiter des Bibellesebundes Schweiz, einer Organisation mit einem interessanten Angebot rund um das Lesen und Studieren der Bibel.

 

Paul Herren, Chrischona-Gemeinde Buchs, Furttaler/Rümlanger, 31.05.2019

Quelle: Furttaler

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